Was würdest Du tun…

…wenn Du wüsstest, dass Dein Leben in drei Monaten vorüber ist?

Ich weiß das Web ist voll von diesen Fragestellungen. Darüber hinaus gibt es dazu Hörbücher und Lektüre wie Sand am Meer. Und trotzdem finde ich, dass das Thema niemals an Bedeutung verliert. Das Thema, ob Du das Leben führst was Du führen möchtest. Ob Du schon jetzt all das erreicht hast, was Du wolltest.

Ich bin nicht wirklich so naiv zu glauben, dass das Leben ein Spaziergang ist und dass man bedingungslos glücklich sein kann, wenn man nur fest daran glaubt. Das der Glaube Berge versetzt, gehört für mich zu einem überholten Sprachgebrauch – das allein hilft Dir nicht auf Deinem Weg. Dazu gehört die schonungslose Ehrlichkeit zu Dir selbst, ein hohes Maß an Selbstreflexion und der Mut, alles aus Deinem Leben rausholen zu wollen. Das macht den
Unterschied.

Jeder Mensch hat seine ganz eigene Vorstellung davon, was es für ihn heißt ein erfülltes Leben zu führen. Und viel zu viele haben eine Vorstellung, bei der allein es dann meistens aber auch bleibt. Zu bequem ist die Komfortzone, zu geliebt die Routinen, zu groß die Angst, sich von Dingen oder Menschen zu trennen.

Du nimmst einen Job hin, der Dich nicht zu 100 Prozent erfüllt, umgibst Dich mit Menschen, die Dir mehr Energie ziehen, als sie Dir geben, lebst und bleibst in einer Partnerschaft, die eher ein Kompromiss ist, als eine Beziehung auf Augenhöhe.

Du weißt, dass Du viel öfter „Nein“ sagen solltest und viel mehr „Ja“ zu Dir und dem, was für Dich wichtig ist und Dir gut tut.

An dieser Stelle möchte ich Dir meine Geschichte erzählen und Dir am Ende sagen, was ich tun würde, wenn ich wüsste, dass mein Leben in drei Monaten vorbei wäre.

Meine Geschichte

Ich war schon als Kind und Teenager ein wenig anders als andere. Habe alles hinterfragt und wenn alle links herumliefen, bin ich erst recht andersherum gegangen. Ich hatte schon immer ganz unterschiedliche Menschen in meinem Leben. So nannte ich in meiner Teenager-Zeit sowohl Punks, als auch solche aus „gutem Hause“ meine Freunde. 1996 machte ich Abitur. Mehr schlecht als recht. Nicht, weil ich es nicht besser konnte, sondern weil das Leben außerhalb der Schule um so vieles spannender war.

Es war, glaube ich, kurz nach meinem 18. Geburtstag als ich zu meinen Eltern sagte, dass ich niemals, wenn ich alt und grau bin, auch nur einen Tag in meinem Leben bereuen möchte. Das war quasi der Auftakt für meine gelebte Freiheit und gleichzeitig für die grauen Haare meiner Mutter.

Während meine Freunde studierten, trieb ich mich im Ausland herum. Als Animation, Reiseleitung und Servicekraft. Schweiz, Mallorca, Griechenland – Hauptsache raus und die weite Welt sehen. Menschen kennenlernen, auf mich gestellt sein, jeden Tag eine neue Herausforderung annehmen. Genau das war es, was ich wollte. Irgendwo dazwischen schob ich eine Ausbildung als Reiseverkehrsfrau ein. Ich handelte aus dem Herzen und entschied aus dem Bauch. Machte Fehler, fiel hin und stand wieder auf. Liebte, hatte Angst, war mutig. Und bei allem blieb ich mir immer treu, ließ mich nie verbiegen.

Meine Freunde belächelten mich. „Guckt Euch unsere Reni an, was die wieder macht…“ Mein Weg war für Außenstehende alles, aber nicht klar oder gradlinig.

Was jedoch niemand wusste oder sah: ich hatte einen Plan, wusste, wo es für mich hingehen sollte! Ich wollte Menschen führen, nichts anderes kam für mich in Frage! Und für diesen Weg kämpfte ich hart, blieb stecken und handelte oft gegen meine Werte oder zweifelte an mir. Doch beirren ließ ich mich nie.

Auch ich sagte zu oft „Ja“, tat mehr für andere als für mich, suchte Anerkennung im Außen. Es brauchte lange, bis ich bewusst verstand, dass alles immer bei mir selbst anfängt. Mein Glück, meine Zufriedenheit und mein Leben liegen einzig und allein in meiner Verantwortung!

Und heute?

Wenn Du mich heute fragen würdest, was ich täte, hätte ich nur noch 3 Monate zu leben, würde ich Dir Folgendes antworten:

„Ich würde genauso weitermachen wie jetzt, ich würde nichts verändern!“

Diese Antwort gab ich schon einmal jemandem, als wir uns über dieses Thema unterhielten. Und dieser jemand antwortete: „Mein Gott, das ist ja schrecklich! Du solltest dringend etwas an Deinem Leben verändern.“

Zugegeben, dass triggerte mich und ich dachte kurz darüber nach, um dann noch einmal mehr zu verstehen, dass ich definitiv nichts verändern wollte. Ich verstand und realisierte das erste Mal ganz bewusst, dass ich in meinem Leben keine offenen Rechnungen mehr habe. Das ich all das gemacht habe, was ich wollte und das ich angekommen bin. Und zwar bei mir selbst.

Das ist, was ich Dir auf Deinem Weg, auf Deiner Reise durch Dein Leben von ganzem Herzen wünsche:

  • dass Du es möglich machst, Dich von Jobs, Menschen und Dingen zu lösen, die Dich daran hindern, die beste Version Deiner selbst zu sein,
  • dass Du den Mut hast, zu Dir zu stehen,
  • dass Du die Courage hast, in Deinem Job offen zu sprechen,
  • dass Du aus dem Herzen heraus lachst und albern sein kannst – auch wenn Dich alle drum herum komisch ansehen,
  • dass Du immer wieder „Ja“ zu Dir sagen kannst,
  • dass Du Dich nicht mit der erst besten Lösung zufriedengibst,
  • dass Du den Mut hast zu gehen, wenn es an der Zeit ist,
  • dass Du Dich von nichts und niemanden verbiegen lässt,
  • dass Du nichts tust nur, weil man es von Dir erwartet.

Sei Du, mit jeder Faser Deines Herzens! Nimm diese wundervolle Herausforderung für Dein Leben an!

Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben.

Alexis Carrel

Deine Verena